Erklärung der globalen Zivilgesellschaft zu Trumps Handelsdrohungen

24. Februar 2026

19. Januar 2026

Trump nutzt Zölle und Handelsdrohungen, um andere Länder zu schikanieren und die globale Macht der USA aufrechtzuerhalten. Obwohl die bestehenden Handelsregeln von US-Unternehmen mitgestaltet wurden, reicht dies in letzter Zeit nicht mehr aus, um die Dominanz der USA zu sichern – weshalb Trump nun zu brutaler Gewalt greift. Dazu nutzt er die echte Frustration der arbeitenden Bevölkerung über das derzeitige Handelssystem aus, um die internationale Wirtschaft im Interesse der US-Großunternehmen gewaltsam umzugestalten.

Wir fordern die Regierungen auf, Trump nicht länger zu beschwichtigen. Wir rufen zivilgesellschaftliche Gruppen dazu auf, sich uns im Widerstand und Einsatz für eine bessere Welt anzuschließen.

Die Bewegung für gerechte Globalisierung kämpft seit vielen Jahrzehnten gegen bestehende neoliberale Handelsregeln, Handelsabkommen und Institutionen wie die Welthandelsorganisation, die „den Markt” über alle anderen Ziele stellen. Wir hatten Recht. Die aktuellen Handelsregeln haben menschenwürdige Arbeitsplätze zerstört, den Planeten geschädigt, die Klimakrise angeheizt und wichtige öffentliche Dienstleistungen untergraben. Das Versprechen vom Wohlstand für alle waren eine Lüge: Die Vorteile kamen den Reichen und den größten Unternehmen zugute, während die Ungleichheit zunahm und lokale Unternehmen den Kürzeren zogen.

Die globalen Handelsregeln schaden den Ländern des globalen Südens systematisch mehr wie dem globalen Norden. Diese Regeln übersehen regelmäßig die Bedürfnisse dieser Nationen und verweigern ihnen genau die Strategien, die den heutigen reichen Ländern zum Erfolg verholfen haben – ein allzu bekanntes Beispiel dafür, wie man „die Leiter wegstößt“. Unterdessen verstärken die Großmächte, insbesondere die USA, Maßnahmen, die Länder des globalen Südens benachteiligen. Die BIP-ärmsten Nationen sind daher darauf angewiesen, Rohstoffe und geringwertige Güter zu exportieren, und sind nicht in der Lage, ihre Wirtschaft zu diversifizieren oder widerstandsfähige, dynamische Volkswirtschaften aufzubauen.

Wir erleben derzeit eine Entwicklung hin zum Faschismus, und einer der treibenden Faktoren dafür sind die aktuellen Handelsregeln. Allzu oft wird den Menschen, deren Arbeitsplätze und Gemeinschaften im Namen des „Freihandels“ zerstört wurden, gesagt, dass es keine Alternative zum aktuellen Handelssystem gibt, während ihre Schwierigkeiten nicht anerkennt werden. Was Trump vorschlägt, ist jedoch keine Lösung, sondern ein Sprung aus der Pfanne ins Feuer.

Trumps Forderungen bauen auf einer „Recht des Stärkeren” Logik, weil sie die Interessen der Reichsten der Welt auf Kosten der überwiegenden Mehrheit der Menschheit und unserer Umwelt unterwandern. Seine Forderung an andere Länder, nationale Gesetze und Richtlinien zu ändern, um den Interessen US-amerikanischer Konzerne gerecht zu werden, höhlt die Demokratie aus und schwächt nationale Souveränität zu einer Farce. Unter dem Chaos verbirgt sich eine Konsistenz in seinen Forderungen:

  • Mehr fossile Brennstoffe verbrennen und damit die Klimapolitik torpedieren
  • Öffentliche Gelder für das Militär und US-Waffen ausgeben, statt für öffentliche Dienstleistungen
  • Jegliche Versuche aufgeben, die Macht der BigTech Konzerne zu begrenzen
  • Die Standards für Lebensmittel und Landwirtschaft senken und damit die Gesundheit der Menschen gefährden
  • US-Unternehmen privilegierten Zugang gewähren, um Regionen ihrer Bodenschätze zu berauben
  • Trump und seinen milliardenschweren Kumpanen vorteilhafte Geschäftsabschlüsse verschaffen

Regierungen sollten Trumps Schikanen nicht nachgeben – Nachgiebigkeit hat ihn nur noch gefährlicher gemacht. Insbesondere wenn die wirtschaftlich mächtigsten Länder kapitulieren, geraten andere ins Kreuzfeuer. Stattdessen sollten die Länder eine Strategie der Zusammenarbeit entwickeln, um Widerstand zu leisten. Individuelle Vereinbarungen haben bereits zu viel gekostet und den Tyrannen dazu ermutigt, zurückzukommen und mehr zu fordern – wodurch die Länder unabhängig von den erbrachten Opfern ohnehin mit höheren Zöllen und wirtschaftlichem Zwang belegt werden.

Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um zum Status quo zurückzukehren, sondern um einen neuen Weg in die Zukunft einzuschlagen. Anstatt um einzelne Abkommen zu kämpfen oder isoliert auf Trumps Diktate zu reagieren, sollten sich die Länder zusammenschließen, um ein gerechteres, entwicklungsorientiertes globales Handelssystem aufzubauen – eines, das der Abwärtsspirale aus Spaltung, Schikanen und Ausbeutung widersteht. Trumps Handlungen haben gezeigt, wie hohl Handelsabkommen und WTO-Regeln sind, und dies ist eine Gelegenheit, sich aus ihrer Zwangsjacke zu befreien. Da autoritäre Persönlichkeiten wie Trump das Völkerrecht zunehmend missachten, sollten die Staats- und Regierungschefs nicht voreilig Handelsregeln verteidigen, die nicht zweckmäßig sind, insbesondere für den globalen Süden. Letztendlich können wir Trump und den Faschismus nur besiegen, indem wir eine internationale Wirtschaft schaffen, die den Bedürfnissen der Menschheit gerecht wird und einen lebenswerten Planeten gewährleistet. Dazu gehören:

  • Einsatz von Zöllen und anderen Handelsinstrumenten zur Unterstützung der Entwicklung und einer strategischen, zielgerichteten Industriepolitik, insbesondere in Ländern des globalen Südens, jedoch niemals als Mittel, um Änderungen in der Innenpolitik eines souveränen Landes zu erzwingen
  • Achtung des Grundsatzes der besonderen und differenzierten Behandlung zugunsten des globalen Südens und am wenigsten „entwickelten“ Ländern als Eckpfeiler der internationalen Handelsregeln
  • Priorisierung von Klima- und Biodiversitätszielen innerhalb und über die Handelsziele hinaus
  • Priorisierung der Menschenrechte und der Rechte indigener Völker, insbesondere des Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung, innerhalb und über die Handelsziele hinaus
  • Förderung der Ernährungssouveränität und agroökologischer Praktiken, einschließlich hoher Tierschutzstandards und existenzsichernder Einkommen für Landwirte
  • Förderung der Arbeitnehmer*innenrechte, existenzsichernder Löhne, menschenwürdiger Arbeit und Maßnahmen zur Erreichung der Vollbeschäftigung
  • Förderung von Investitionen in öffentliche Dienstleistungen
  • Gewährleistung von Ressourcen-Gerechtigkeit für Entwicklungsländer, insbesondere im Bereich „kritischer“ Mineralien
  • Wirksame Regulierung von Unternehmen, einschließlich der digitalen Wirtschaft, KI, Monopolisierung und Finanzmärkte
  • Sicherstellung, dass die Handelspolitik den Schuldenerlass, Steuergerechtigkeit und verbesserte Hilfe unterstützt und nicht untergräbt
  • Abschaffung geheimer Unternehmensgerichte (offiziell bekannt als ISDS oder ICS)
  • Abschaffung von Handelsbestimmungen, die den Zugang zu Medikamenten einschränken
  • Entwicklung einer offenen, transparenten und demokratischen Handelspolitik

Derzeit steht der Handel zur Debatte – und wir dürfen diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen. Während Herrschende versuchen, unsere Wut gegeneinander zu richten, wollen wir eine globale Zivilgesellschaft sein, die Widerstand leistet. Die alten neoliberalen Politiken versagen, und jetzt ist der richtige Moment, um unsere Kämpfe zu bündeln. Klimaschützer*innen, Aktivist*innen für Rechte von Migrant*innen, Landwirt*innen und ländliche Gemeinden, die gegen die Landnahme durch Konzerne kämpfen, feministische, antifaschistische und gegen Völkermord gerichtete Bewegungen, Gewerkschaften, junge Menschen – wir alle kämpfen gegen dasselbe Übel. Es ist an der Zeit, unsere Bewegungen zu vereinen und die Kraft aufzubauen, die wir brauchen, um eine Welt zu schaffen, die für uns alle funktioniert – nicht nur für die wenigen Reichen.

Unterzeichnende:

Global & regional

  1. Amigos de la Tierra América Latina y el Caribe (ATALC)
  2. bilaterals.org
  3. Climate Action Network Europe
  4. Climate Action Network Latin America (CANLA)
  5. Our World Is Not For Sale (OWINFS)
  6. European Coordination Via Campesina (ECVC)
  7. European Environmental Bureau
  8. European Trade Justice Coalition
  9. Friends of the Earth Europe
  10. Friends of the Earth International
  11. Health Global Access Project
  12. International Trade Union Confederation (ITUC)
  13. Plataforma América Latina y el Caribe mejor sin TLC
  14. Public Services International (PSI)
  15. Red Latinoamericana por Justicia Económica, Social y Climática LATINDADD
  16. Tax Justice Network
  17. Third World Network
  18. Transnational Institute
  19. Women In Development Europe+ (WIDE+)

National

  1. Asamblea Argentina mejor sin TLC, Argentina
  2. ATTAC Argentina, Argentina
  3. Australian Fair Trade and Investment Network, Australia
  4. Catholics in Coalition for Justice and Peace, Australia
  5. Combined Retired Union Members Association (CRUMA), Australia
  6. GeneEthics, Australia
  7. New South Wales Retired Teachers Association, Australia
  8. Presentation Sisters Wagga Wagga , Australia
  9. Public Health Association of Australia, Australia
  10. Sydney Peace & Justice Coalition, Australia
  11. Attac Austria, Austria
  12. GLOBAL 2000, Austria
  13. Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA), Austria
  14. ÖBV – Via Campesina Austria, Austria
  15. WIDE (Austria) – Network for Women´s Rights and Feminist Perspectives in Development, Austria
  16. Anders Handeln, Austria
  17. Nagorik Uddyog, Bangladesh
  18. Centre tricontinental – CETRI, Belgium
  19. CNCD-11.11.11, Belgium
  20. Entraide & Fraternité, Belgium
  21. Fair Trade Advocacy Office, Belgium
  22. Humundi, Belgium
  23. Le Réseau des GASAP asbl, Belgium
  24. FONASC, Brazil
  25. Inesc – Instituto de Estudos Socioeconômicos, Brazil
  26. REBRIP – Rede Brasileira pela Integração dos Povos, Brazil
  27. UNAS, Brazil
  28. Canadian Centre for Policy Alternatives, Canada
  29. Coalition Québec meilleure mine, Canada
  30. Common Frontiers, Canada
  31. MiningWatch Canada, Canada
  32. Trade Justice Network, Canada
  33. Chile Mejor sin TLC, Chile
  34. Comisión Nacional de Enlace CNE, Costa Rica
  35. Estonian Green Movement – FoE Estonia, Estonia
  36. Amis de la Terre France / Friends of the Earth France, France
  37. Attac France, France
  38. Andy Gheorghiu Consulting, Germany
  39. Attac Germany, Germany
  40. Netzwerk gerechter Welthandel, Germany
  41. PowerShift e.V., Germany
  42. Rettet den Regenwald / Rainforest Rescue, Germany
  43. Umweltinstitut München e.V., Germany
  44. Zukunftsrat Hamburg, Germany
  45. Naturefriends Greece, Greece
  46. Aceh Wetland Forum, Indonesia
  47. Indonesia for Global Justice (IGJ), Indonesia
  48. Puanifesto, Indonesia
  49. Sahita Institute (Hints), Indonesia
  50. Fairwatch, Italy
  51. Wote Youth Development Projects CBO, Kenya
  52. Mouvement Ecologique, Luxembourg
  53. Mouvement Ecologique asbl (FoE Luxembourg), Luxemburg
  54. Sahabat Alam Malaysia (Friends of the Earth), Malaysia
  55. GEGAR (Gerakan Gabungan Anti-Imperialist Movement Coalition), Malaysia / Southeast Asia
  56. Centro de Promoción y Educación Profesional “Vasco de Quiroga”, México
  57. DECA, Equipo Pueblo, México
  58. Iniciativas para el Desarrollo de la Mujer Oaxaqueña (IDEMO), México
  59. Otros Mundos Chiapas/Amigos de la Tierra México, México
  60. Agriculture Coalition for Just Trade, Netherlands
  61. Handel Anders, Netherlands
  62. Platform Aarde Boer Consument, Netherlands
  63. Stichting Boerengroep, Netherlands
  64. Campaign Against Foreign Control of Aotearoa, New Zealand / Aotearoa
  65. Peace Action Wellington, New Zealand / Aotearoa
  66. Toitū Te Tiriti, New Zealand / Aotearoa
  67. Handelskampanjen, Norway
  68. Spire, Norway
  69. Tierra libre instituto social y ambiental, Paraguay
  70. IBON Foundation, Philippines
  71. Sigaw ng Kabataan Coalition, Philippines
  72. GEOTA – Grupo de Estudos de Ordenamento do Território e Ambiente, Portugal
  73. TROCA – Plataforma por um Comércio Internacional Justo, Portugal
  74. ZERO – Associação Sistema Terrestre Sustentável, Portugal
  75. Ecosol coop. consumo agroecológico, Spain
  76. SETEM Catalunya, Spain
  77. ATTAC España, Spain
  78. CGT – Confederación General del Trabajo, Spain
  79. Ongd AFRICANDO, Spain
  80. Public Eye, Switzerland
  81. Association for Proper Internet Governance, Switzerland
  82. Debt Justice, United Kingdom
  83. Global Justice Now, United Kingdom
  84. PAN UK, United Kingdom
  85. Trade Justice Movement, United Kingdom
  86. War on Want, United Kingdom
  87. REDES-Amigos de la Tierra Uruguay, Uruguay
  88. 198 methods, USA
  89. American Friends Service Committee, USA
  90. Climate Justice Alliance, USA
  91. For a Better Bayou, USA
  92. Friends of the Earth US, USA
  93. Global Exchange, USA
  94. Oakland Institute, USA
  95. Public Citizen, USA
  96. NatureWize Vietnam, Vietnam