Handels- und Investitionsschutzabkommen ermöglichen ausländischen Konzernen Zugang zum sogenannten „Investor-State-Dispute-Settlement“ (kurz ISDS).
ISDS ermöglicht es Konzernen, aus dem Land, mit dem ein Abkommen abgeschlossen ist, auf vergangene Profite zu klagen, sollten sich die Bedingungen durch Gesetze im Partnerland ändern. Das passiert vor privaten internationalen Schiedsgerichten.
Beispielsweise wenn sich ein Land dazu entscheidet, aus der Atomenergie auszusteigen. Oder Preisdeckel einzuführen. Oder einen Golfplatz nicht mehr zu bauen. Oder nicht mehr nach Öl zu bohren. Zu all diesen Fällen gibt es Klagen. Meist zahlt der Staat Kompensationen in Milliardenhöhe.
Hintergrundinfos
Das Problem
Paralleljustiz: Ausländische Konzerne haben privilegierten Zugang zu internationalen Schiedsgerichten – anstatt den nationalen Rechtsweg gehen zu müssen.
Vorauseilender Gehorsam: Oft wirkt schon die Angst vor Klagen, um bestimmte Gesetze oder Regeln nicht zu erlassen.
Klimakiller: Angesichts der Klimakrise ist es notwendig, dass Staaten starke Klimaschutzgesetze erlassen. Gerade die, sind aber oft unprofitabel für ausländische Konzerne und führen zu vielen Klagen.
Soziale Krisen: Auch soziale Maßnahmen wie Preisdeckel sind in Zeiten krisenhafter wirtschaftlicher Dynamiken wichtige politische Hebel.
Viele Prozesse: Sonderklagerechte stecken einerseits in Handelsabkommen, andererseits in Investitionsabkommen – und sollen andererseits auch an einem permanenten Gerichtshof („MIC“) angesiedelt werden.
Forderungen
Ende für Abkommen mit Sonderklagerechten von Konzernen
Keine neuen Abkommen mit Sonderklagerechten
Updates
Russland-Sanktionen, Übergewinnsteuer, Umweltpolitik: Wie Konzernklagen die Demokratie aushebeln
Presseaussendung 17.09.2025 Attac fordert Ende für Paralleljustiz ISDS: „Ist mit der Demokratie
Infringement complaints over investment treaties
ETJC Press Release Civil society organisations are today filing complaints calling on
Publikationen zum Thema
Statements & Positionen
Globales Statement
»Die Schadenersatz-Forderungen in den jüngsten Klimaprozessen beliefen sich auf Milliardenbeträge.«
Zukuftsfähige EU-Handelspolitik
»Wir müssen sicherstellen, dass ISDS nicht in die Handelsabkommen der EU aufgenommen wird.«
450 Organisationen fordern Stopp
»Das EU-Mercosur-Abkommen gehört zu einer überholten Handelspolitik des 20. Jahrhunderts, das den Planeten zerstört.«